Das große Ronja-Frankreich-Interview

Bild des Benutzers ChrisX
Ronja Prinz 2006

Das große Ronja-Frankreich-Interview (2006)

(Interview von ChrisX von seiner ehemaliger Ronja-Fanseite ronja-fan.de)


Wie nicht anders zu erwarten war, sind nach dem Aufruf vom 22.10. jede Menge Fan-Fragen eingegangen. Daraus habe ich ein Interview gebastelt, das ihr unten lesen könnt. Danke an alle, die Fragen eingeschickt haben, und danke ganz besonders an Ronja, dass sie sich die Zeit genommen hat, alles so ausführlich zu beantworten - das ist nämlich keine Selbstverständlichkeit.

ChrisX: Hallo Ronja!
Ronja: Hallo :)

 

ChrisX: Wie geht's dir so in Frankreich?
Ronja: Momentan geht es mir, glaube ich, so gut wie noch nie, da ich das unheimliche Glück habe, nach anfänglichem Hin-und-Her eine wunderbare Familie gefunden zu haben, bei der ich mich so wohl fühle, als würde ich hier schon immer leben. Ich genieße die französische Lebensweise in vollen Zügen, und muss mich langsam ranhalten so richtig von allem zu profitieren, da ich ja in nur anderthalb Monaten schon wieder zu Hause in Potsdam bin. Es ist aber phantastisch hier und ich werde auf jeden Fall wieder zurückkommen!

 

ChrisX: Und wie kommst du mit der Schule zurecht? Wie sind deine schulischen Leistungen?
Ronja: Es ist ziemlich schwer mitzukommen, da das französische Schulsystem überhaupt nicht mit dem deutschen zu vergleichen ist, vor allem auch der Schulrhythmus und natürlich das dauerhafte Französisch um einen herum. Langsam hab ich mich aber an alles sehr gut gewöhnt, nur musste ich die Schule aus organisatorischen Gründen wechseln und mich nach 2 Monaten nochmal neu gewöhnen, und deshalb ist es ein bisschen schwierig für mich gewesen, da ich ja im Grunde in der Mitte wieder woanders eingestiegen bin und viele Arbeiten nicht mitschreiben konnte. Ansonsten versuche ich mein bestes, auch wenn die Art, Arbeiten zu schreiben sehr unterschiedlich ist (die Franzosen sind sehr bürokratisch und machen für alles einen Plan mit Titel, Einleitung, Unterpunkten und Titel der Unterpunkte und anschließender Ausführung und zum Schluss eine Zusammenfassung) und die Arbeiten noch dazu sehr schwer sind, weil die Schüler hier ja schon in ihrem ersten Abijahr sind (die hören ja nach der 12. auf).

 

ChrisX: Meine Herren, und man denkt, die Deutschen hätten die Bürokratie erfunden... Jetzt aber etwas noch wichtigeres: Wie ist das Essen in Frankreich? Im Urlaub kann man es sich in diesem Land ja sehr gutgehen lassen, aber wie ist das im schnöden Alltag? Große Umstellung zu Deutschland? Was isst und trinkst du dort am liebsten?
Ronja: ES IST GRAUSAM!!! So grausam gut, dass ich eindeutig viel zu viel zugenommen habe (hilfe) und in Deutschland bestimmt des Hungers sterben werde :) nein nein, also abgesehen vom Zunehmen hab ich ein bisschen übertrieben, aber es ist wirklich so, dass die hier (liegt das an der Region??) sehr sehr gut essen, und vor allem auch sehr viel. Im Grunde haben die hier einen absolut anderen Essrhythmus als ich ihn in Potsdam hatte, es gibt 4 feste Mahlzeiten, das sind Frühstück (Cornflakes, Croissants, Toast, eben ganz normal, außer eben die fantastischen Croissants mit der extra Portion Butter :) eine Sünde), dann Mittag, das essen alle Schulkinder in der Schule, weil ja hier Ganztagsschulsprinzip herrscht, Kaffeetrinken um vier und dann Abendbrot. Klingt ja alles relativ normal, abgesehen davon dass ich zuhause nie so einen Essensplan hab haha, aber die essen einfach in den Mahlzeiten echt richtig nach Klischée, Vorspeise, Hauptspeise, Käse, Nachspeise, Kaffee... das ist schon hart für eine Ronja :) aber in Deutschland hab ich wieder Zeit zum Abnehmen, die Kuchen, Torten, Kekse und alles eben sind hier einfach der absolute Wahnsinn! Ich kann gar nicht sagen, was mir hier am besten gefällt, aber alle Süßwaren und Bäckereiwaren sind einfach unbeschreiblich gut. Aber hier ist eigentlich alles super lecker. Eine Umstellung war allerdings auch, das die hier extrem viel Fleisch essen und ich hab in Potsdam fast nie Fleisch gegessen, aber ohne Fleisch geht's hier gar nicht richtig, und zu allem Unglück essen sie's auch noch "medium" also noch rot innen drin...aber an all das hab ich mich gewöhnt, und ich genieße die französische Kochkunst.

 

ChrisX: Kulinarisch also wie Gott in Frankreich :-) Wie tickst du musikalisch gesehen zur Zeit? Bist du auch Fan von französischer Musik geworden?
Ronja: Na ja, Fan nicht so richtig, weil ich finde, dass französische Musik oft sehr kitschig ist und voller Romantik aus allen Ecken platzt, aber ich hab mir ein paar Lieder oder CDs auf mein MacBook geladen - und es gibt auch schöne Seiten der französischen Musik, aber ich bevorzuge immer noch englische, amerikanische oder deutsche Bands. Aber natürlich gibt's hier wie in allen Ländern auch ganz viel verschiedenes, französischer Hip Hop zum Beispiel kann ganz lustig sein, vorausgesetzt man hört es mit Ronjaohren und demzufolge nicht die bösen Texte :) nein nein, es gibt ganz gute Sachen zu entdecken, aber Musik auf französisch ist nicht die Krönung.

 

ChrisX: Eine Frage, die sich viele stellen, die neuere Fotos von Autogrammstunden etc. von dir gesehen haben: Was bedeutet eigentlich der Stein an deiner Kette?

Ronja: Hätte nie gedacht, dass mich so viele nach dem Stein fragen :) Passiert mir hier immer öfter. Das war vorletzten Sommer mit einer sehr guten Freundin, wir waren zusammen für zwei Wochen in Hastings, das liegt bei Brighton, also in England, ca. anderthalb-zwei Stunden von London entfernt, wenn ich mich richtig erinnere, und da hat sie in ihrer Schulmittagspause für uns beide Steine mit Löchern gesucht und uns dann diese Kette als Erinnerung gebastelt... so haben wir beide jetzt diesen Stein, um uns an zwei tolle Wochen zu erinnern.

 

ChrisX: Tessas Abschiedsgeschichte läuft gerade. Dein Filmfreund Valentin (Lieven Wölk) verlässt die Serie ebenfalls. Hat er das freiwillig getan wie du, oder musste er wegen seines Alters gehen?
Ronja: Ja - so kann man es sagen, es war einfach so, dass die Dramaturgen entschlossen haben, dass Tessa und Valentin gemeinsam aufhören werden, also zur gleichen Zeit, weil sie sich ja lange begleitet haben. Außerdem gibt es ja nun viele neue Gesichter, die auch genügend Aufmerksamkeit brauchen :)

 

ChrisX: Wenn du dann wieder in Deutschland bist, wie geht es weiter? Werden wir dich vielleicht kurzfristig in weiteren Produktionen sehen? Oder ist das Abi jetzt wichtiger?
Ronja: Dazu kann ich erstmal noch gar nichts sagen, mein Abi ist ja noch ein bisschen entfernt. Mein nächstes Ziel ist erstmal mein Führerschein zum 17. Geburtstag und dann sehen wir weiter.

 

ChrisX: Und wolltest du dich nicht mal bei einer Agentur anmelden? Hast du das immer noch vor?
Ronja: Auch das weiß ich noch nicht, das Interesse besteht auf jeden Fall noch und ich werde vielleicht demnächst nach Köln fahren um mal zu schauen, ob sich da was ergeben könnte oder nicht.

 

ChrisX: Aber könntest du dir vorstellen, in einem Jahr oder so in einer Gastrolle nochmal zu SE zurückzukehren?
Ronja: Natürlich, immer wieder.

 

ChrisX: Also ich denke, dass ich nicht allein bin in der Hoffnung, dich irgendwann mal wieder vor der Kamera oder in einem anderen öffentlichen Projekt zu sehen. Rückblickend auf deine bisherige, ganz außergewöhnliche Karriere bei Schloss Einstein: Würdest du sagen, dass es die richtige Entscheidung war, das Casting damals zu machen und dein Leben so auf den Drehalltag auszurichten?
Ronja: Eine der Besten überhaupt. Ich würde das Casting und die folgenden Jahre nie rückgängig machen - weil die Chance, in einer Serie so lange spielen zu dürfen, noch dazu eine so schöne lebhafte Rolle zu haben, die auch noch gute Resonanz bekommt und daher oft zu sehen war und vor allem in einer solch familiären Umgebung drehen zu dürfen, ist etwas ganz besonderes und wirklich sehr geschätzt von mir. Natürlich gab es schöne und weniger schöne Seiten, aber das ist ja ganz normal und vielleicht auch gut, um nicht den Hang zur Realität zu verlieren.

 

ChrisX: Wenn ich bei dem weniger Schönen mal nachbohren darf: Was ist mit dem Stress, der wenigen Zeit für Freunde und Familie, dem Preisgeben von Privatleben an die Öffentlichkeit? Hast du das damals beim Casting schon überblickt? Hat man dir vorher gesagt, dass es auch solche negativen Seiten geben kann beim Ruhm?
Ronja: Von Anfang an - daran kann ich mich noch genau erinnern, wie Herr Rothkopf vor mir saß und mir die ganzen negativen Seiten aufgezählt hat, bis er dann meinte, dass ich angenommen bin. Ich habe es von Anfang an gewusst, und es ist ja auch ganz klar, dass eine Serie viel Arbeit und Kraft bedarf. Ungewohnt war es natürlich auch am Anfang, aber genauso aufregend und umstellend, vom Lebensalltag her, aber ich habe so tolle Freunde und natürlich Eltern, die mich immer unterstützt haben und nie neidisch oder verärgert waren, wenn meine Zeit mal zu knapp wurde, das ist sehr wichtig.

 

ChrisX: Hat diese Erfahrung mit Berühmtheit, Fans, aber auch Stress etc. dein Leben sehr verändert? Neben dem normalen Erwachsenwerden natürlich, das ja irgendwie zufällig in dieselbe Zeitspanne gefallen ist :-)
Ronja: Ich denke auf jeden Fall, dass auch die Arbeit mit so vielen Erwachsenen - und das erste mal ein wenig Konkurrenzkampf, der auf jeden Fall da war - gut war, und mir beim Reifen geholfen hat. Es stimmt schon, dass SE in meine eigentliche Pubertätsphase mit hineinlief, aber da ich eigentlich nie eine Pubertätsphase hatte, war es relativ reibungslos, und das Älterwerden mit SE auch etwas sehr schönes, aber definitiv reifendes. Unabhängigkeit, Eigenständigkeit und viel Kraft vor allem, das hatten ja nicht viele Kinder in dem Alter - gerade wenn man bei SE anfängt und man merkt, dass man anfängt, richtig zu arbeiten, hat man auf jeden Fall schon viel mehr gelernt, als vielleicht das Nachbarskind.

 

ChrisX: Danke, dass du dir die Zeit für deine Fans genommen hast! Damit meine ich nicht nur dieses Interview :-) Du bist auf ewig die Allerbeste!!
Ronja: Danke Chris für alles alles alles vielen Dank du bist ebenso wunderbar!! Vielen vielen Dank auch an euch und eure wunderbar positive Resonanz, danke danke danke und natürlich merci!

 

Neuen Kommentar schreiben